Landespolizeiorchester sprüht beim Benefizkonzert vor Spielfreude

Ein großartiges Konzerterlebnis war für die rund 320 Besucher im vollbesetzten Elisabetha-Glöckler-Saal der stiftung st. franziskus heiligenbronn das Benefizkonzert des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg am Samstag. Das 30-köpfige Orchester unter der engagierten Leitung von Stefan R. Halder zeigte nicht nur seine Klasse, sondern sprühte auch vor Spielfreude bei seinem vielseitigen Programm.

Spendenzweck des Abends war die Spendenaktion der Stiftung „Wir machen Schule. Machen Sie mit.“ Für die damit geförderte Berufsausbildung junger Menschen mit Behinderung gaben die begeisterten Zuhörer reichlich Spenden und unterstützten sie auch mit dem Kauf von Essen und Getränken.
Schon vor dem Konzert nutzten auch 20 Interessierte die Gelegenheit zu einer Führung über das Gelände, bei der zur Geschichte und Gegenwart von Kloster und Stiftung Näheres erfuhren. Der Andrang in den Saal startete früh. Mit zusätzlichen Stühlen konnten aber alle Besucher untergebracht werden. Stiftungs-Vorstand Michael Wollek begrüßte alle und freute sich über die gute Resonanz. Unter den Gästen waren auch Schirmherr Ministerialdirektor Dr. Herbert O. Zinell und seine Frau wie auch viele Schwestern des Klosters.

Auf der Bühne, die noch um eine Vorbühne erweitert worden war, startete das Orchester in sein Programm mit verschiedenen Genres aus dem großen Repertoire der Musik unter dem Motto „Viva la musica“. Flötist Heribert Herbrich moderierte durch den Abend mit sehr unterhaltsamen Ansagen.
Ein beeindruckender Gang durch die Oper „Carmen“ von Georges Bizet in einem Arrangement von Tohru Takahashi brachte bereits die Präzision, den Variantenreichtum und die Spielfreude des Polizeiorchesters zu Gehör. Mit ordentlich Swing bei dem Stück „Spain“ nach Chick Corea wurde der erste Teil des Programms beendet.
Tempiwechsel mit Perfektion zeigte das Ensemble dann auch wieder bei den „Rumänischen Tänzen“ von Thomas Doss, die osteuropäische Folklore in ihrer ganzen Lebendigkeit in den Saal brachte. Nicht nur die Musiker hatten sichtlich Freude an ihrem Spiel und ihren – auch stimmlichen – Einlagen. Ebenso war Stefan R. Halder auf dem Dirigentenpult für das Publikum in seiner wortlosen Zwiesprache mit den Musikern und zuweilen auch mit dem Publikum ein Erlebnis.

Dass zur Musikdarbietung heute auch die Show gehört, verkörperte das Landespolizeiorchester auf gelungene Weise, ohne dass dabei die Musik in den Hintergrund geriet. Geradezu prädestiniert dafür waren die Medleys von zwei Sanges- und Showgrößen, denen das Orchester schließlich Tribut zollte: von Frank Sinatra und Elvis Presley. Von „Strangers in the Night“ bis zu „Tutti frutti“ glänzten dabei auch die Solisten des Blasorchesters, vom „Zauberstab“ des Dirigenten aufgerufen. Dass sie es auch gefühlvoll können, bewiesen die Musiker bei ihrem Abstecher auf die sinkende „Titanic“ mit dem romantischen Welthit „My Heart will go on“.

Jubel und stürmischer Applaus belohnte die Darbietung des Landespolizeiorchesters. Vorstand Wollek bedankte sich auch in Worten bei dem Ensemble wie auch bei den Besuchern und bedachte den seinen Geburtstag feiernden Bassisten spontan noch mit einem Geschenk aus der Bürstenmacherei. Mit dem furiosen Finale aus den „Rumänischen Tänzen“ als Zugabe beendete Dirigent Halder sein Gastspiel, holte jedoch Schirmherr und Dienstchef Herbert O. Zinell aufs Pult und ließ ihn noch zur Freude des Publikums den „Radetzky-Marsch“ dirigieren als heiteren Schlusspunkt eines höchst unterhaltsamen Abends.

Foto:

Den Dirigentenstab schon in der Hand: Schirmherr Herbert O. Zinell (links), als Ministerialdirektor auch Amtschef der Polizei, beim Stabwechsel mit dem Dirigenten Stefan R. Halder.

2017-11-29T10:17:51+00:00