Berufsschule 2018-05-24T15:03:02+00:00

BERUFLICHE PERSPEKTIVEN FÜR SINNESBEHINDERTE JUGENDLICHE

Nach zwei Jahren Bauzeit war es im September 2017 soweit: Die neue Sonderberufsschule St. Klara konnte ihre Türen öffnen und der Unterricht in dem barrierefreien neuen Schulgebäude aufgenommen werden. Mit Ihrer Hilfe und dem Spendenprojekt „Wir machen Schule. Machen Sie mit.“ konnten wir zur Finanzierung des Baus beitragen.

Heute legt St. Klara für rund 80 junge Menschen mit einer Sinnesbehinderung den Grundstein für eine eigenständige Zukunft. Egal ob sie hörgeschädigt, blind oder sehbehindert sind oder eine Lernbeeinträchtigung haben – wir begleiten unsere Schüler auf ihrem Weg ins Berufsleben.

Während der Ausbildung lernen unsere Schüler alle theoretischen und praktischen Kenntnisse für ihren Traumberuf. Wie an einer Regel-Berufsschule werden sie nach den Lehrplänen des beruflichen Schulwesens in Baden-Württemberg unterrichtet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung erhalten unsere Schüler ihren Gesellenbrief. Wir unterstützen sie bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen in der freien Wirtschaft.

Schüler und Lehrer

Danke für Ihre Spende

Wir möchten Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Unterstützung danken. Sie haben damit einen wertvollen Beitrag geleistet, Kindern und Jugendlichen mit einer Sinnesbehinderung eine gute Entwicklung voller Chancen zu ermöglichen. Von Ihrer Spende profitieren unsere Schüler – genauso wie unsere große Dankesmauer wächst. Als Dank für Ihre Spende ab 100 Euro finden Sie hier Ihren visuellen Spendenstein, der Ihren Namen trägt – wenn Sie es gewünscht hatten.

ZUR DANKESMAUER

DIE NEUE SCHULE ERMÖGLICHT LERNEN,
OHNE SEHEN ODER HÖREN ZU KÖNNEN

Die Räume ermöglichen eine moderne Pädagogik und werden mit fortschrittlicher Technik ausgestattet:

  • Eine Schallisolierung sorgt für eine ruhige Arbeitsatmosphäre, in der sich die Schülerinnen und Schüler ideal konzentrieren können.
  • Höranlagen vereinfachen die Kommunikation für hörgeschädigte Schüler mit den Mitschülern und Lehrern.
  • Räume für blinde und sehbehinderte Schüler verfügen über eine spezielle Beleuchtungsausstattung und besondere Lesegeräte wie interaktive Tafeln und Dokumentenkameras.
  • Fachräume zum praktischen Arbeiten wie die Lehrküche oder Textiles Werken werden zur einfacheren Orientierung sehbehindertengerecht gestaltet.
  • Eine Audiometrie ermöglicht es, in der neuen Berufsschule Hörtests durchzuführen.
Schüler

Individuelle Betreuung in kleinen Klassen

Unser Fachpersonal orientiert sich an den Stärken und dem Hilfebedarf unserer Auszubildenden. Je nach Art der Behinderung, dem Leistungsstand und dem Lernverhalten fördern wir sie ganz individuell. Die Klassengröße ist auf 10 Schüler beschränkt, sodass unsere Lehrer die Schüler je nach Art der Behinderung, dem Leistungsstand und dem Lernverhalten individuell fördern können. Zum besseren Verständnis setzen wir darauf, die Unterrichtsinhalte fächerübergreifend, realitätsnah und anschaulich zu vermitteln.

Lernen für die Zukunft

Neben fachlichen Inhalten des Ausbildungsberufs fördern wir unsere Schüler beim Erwerb von sozialen und fachlichen Kompetenzen. Wir unterstützen sie beispielsweise im Umgang mit der eigenen Behinderung oder bereiten sie mit praktischen Übungen auf das Berufsleben vor.

Informationsbroschüre ansehen

SCHIRMHERR UND BOTSCHAFTER DER SPENDENAKTION
ZUM BAU DER BERUFSSCHULE

Die Spendenaktionen leben vom sozialen Engagement und praktizierter Nächstenliebe unzähliger Menschen. Als Schirmherr der unserer Aktion zur neuen Berufsschule unterstützte auch Volker Kauder mit großem Engagement die Förderung von Jugendlichen mit Seh- oder Hörbehinderungen. Gemeinsam mit weiteren Botschaftern setzte er sich mit ganzem Herzen für das Spendenprojekt ein und sorgte für eine höhere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Volker Kauder
Volker KauderSchirmherr
Der Vorsitzende der CDU-/CSU-Bundestagsfraktion in Berlin, der den Wahlkreis Tuttlingen-Rottweil vertritt, unterstützt die stiftung st. franziskus heiligenbronn schon seit längerem. Kauder sagte beim Spatenstich für den Neubau der Berufsschule St. Klara: „Hier wird immer etwas gebaut und bewegt.“ Ihn überzeuge die Stiftung, weil sie den Menschen dazu verhelfe, möglichst selbständig zu leben und mitten in der Gesellschaft zu stehen. Schule und Ausbildung gehörten dazu.
Dr. Herbert O. Zinell
Dr. Herbert O. ZinellBotschafter
Von Anfang an Botschafter für die Spendenaktion war Ministerialdirektor Dr. Herbert O. Zinell, bisheriger Amtschef des Innenministeriums Baden-Württemberg und ständiger Vertreter des Innenministers. Als langjähriger Oberbürgermeister der Stadt Schramberg förderte er gerne den Bau der Berufsschule: „Ich unterstütze die Spendenaktion für die neue Berufsschule, weil gerade auch für Menschen mit einem Handicap das Abschlusszeugnis in einem anerkannten Ausbildungsberuf eine der besten Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt bietet.“
Martin Maurer
Martin MaurerBotschafter
Der ehemalige Geschäftsführer der Firmengruppe Maurer in Schramberg ist schon immer gesellschaftlich engagiert, auch als Gemeinderat und seit 2004 im Rottweiler Kreistag. Er war bis 2014 über zwei Jahrzehnte im Vorstand der Handwerkskammer Konstanz tätig. „Ich habe weit über 100 Lehrlinge ausgebildet“, sagt Martin Maurer. Der berufliche Nachwuchs und die berufliche Ausbildung sind ihm ein Herzensanliegen und sieht er als wichtige Pfeiler für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft.

PASSENDE AUSBILDUNGEN FÜR VIELE WUNSCHBERUFE

Insgesamt bieten wir in der neuen Schule 11 Ausbildungsberufe aus 5 Berufsfeldern an: Von Holz und Farbe, über Agrar und Ernährung bis zur Hauswirtschaft und Altenpflege. Schüler, die bereits einen Ausbildungsbetrieb gefunden haben, können zudem den theoretischen Unterricht an unserer Schule absolvieren.

Bei der Ausbildung bauen wir auf besondere Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Hier sammeln die Auszubildenden erste Berufserfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

UNSERE AZUBIS STELLEN SICH VOR

Die Namen der Schülerinnen und Schüler haben wir aus personenschutzrechtlichen Gründen geändert.

Kim

ist sehbehindert. Das hält sie aber nicht von ihrer Ausbildung als Bäckerfachwerkerin ab. Denn Kim wollte schon immer Bäckerin werden.

Die gute Aufbereitung des Unterrichts hilft ihr beim Lernen an unserer Sonderberufsschule. Auch Kims Lehrer orientieren sich an ihrer Einschränkung. Sie unterstützen Sie durch eine individuelle Förderung und Betreuung. Besondere Lernmaterialien wie Bildschirmlesegeräte oder Lupen helfen Kim den Stoff besser zu erkennen und zu verinnerlichen. Während ihrer Ausbildung lernt Kim auch alle praktischen Fertigkeiten des Bäckerhandwerks, angefangen vom Ofenführen und der Teigvorbereitung bis zur ganzen Produktpalette mit Kuchen, Snacks, Broten und Brötchen. Den Dreh für die Brezeln hatte sie mit etwas Übung schnell raus. Für unsere Spender hat Kim bereits ihr Lieblingsrezept verraten.

Alle Produkte werden in unserem Laden der Bäckerei in Heiligenbronn verkauft. Wohngruppen, Mitarbeiter und externe Kunden freuen sich über das vielfältige Angebot. Für unsere Bewohner mit Behinderung ist diese Einkaufsmöglichkeit ein wichtiger Beitrag zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Martin

ist sprachbehindert und hat bei uns seine Ausbildung als Holz-Fachwerker in unserer Schreinerwerkstatt angefangen. Ihm machte die Ausbildung so einen Spaß, dass er die Vollausbildung zum Tischler gleich anknüpfte.

Seit seiner Geburt hat Martin Probleme mit dem Sprechen. Wenn er aufgeregt ist, stottert er. Darum hatte er es in der Schule oft nicht leicht. Den theoretischen Teil der Ausbildung erlernte Martin in der Berufsschule in Heiligenbronn. Der Unterricht an der Berufsschule findet in kleinen Klassen statt. Die Lehrer nehmen sich Zeit für jeden und erklären die Dinge einfach und ganz genau. So kam Martin viel besser mit und sein Stottern störte ihn auch nicht mehr.

Von der Ausbildung war Martin von Anfang an begeistert, da viel praktisch gearbeitet wurde. Zum Beispiel drechseln die Auszubildenden Schalen für unseren stiftungseigenen Adventsmarkt und haben auch die Holzspendenhäuschen für unsere Spendenaktion gebaut.

Thomas

ist hörgeschädigt und macht seine Ausbildung als Malerfachwerker. Hier kann er seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Sein Ausbildungsbetrieb ist in der Nähe von Schramberg ansässig. Dort lernt er die praktische Seite des Malerhandwerks. Angefangen bei der Annahme von Kundenaufträgen, die richtige Technik beim Streichen von Oberflächen, bis hin zum Umweltschutz. Den theoretischen Unterricht erhält Thomas in der stiftung st. franziskus heiligenbronn in unserem Zentrum für Ausbildung und Qualifikation.

Warum die Ausbildung für jemanden mit Hörhinderung wichtig ist, erzählt unser ehemaliger Azubi Stefan in nebenstehendem Video.

WERFEN SIE EINEN BLICK IN UNSERE NEUE BERUFSSCHULE

Herzlich Willkommen in St. Klara. In unseren neuen Räumen wird fleißig und mit viel Spaß gelernt.